Presseschau November 2025

Quellen aus Printpresse und Internet – Zusammengestellt von Ursula Weidenhiller

Nun war es so weit, das EES-System wurde am 12. November am Salzburg Airport gestartet.
In 29 EU-Staaten wird die digitale Grenzkontrolle schrittweise eingeführt. In Österreich startete am 12. Oktober der Flughafen Wien, in Salzburg wurde am 12. November 2025 mit den ersten Kontrollen gestartet. Österreich plant bis April 2026 eine flächendeckende 100% Kontrolle von Drittstaatspassagieren.
Nach jahrelangen Verzögerungen der EES Systemimplementierung innerhalb der EU- Mitgliedsstaaten und wiederholten Verschiebungen der geplanten Inbetriebnahme ist das europäische EES auch in Österreich „gelandet“. Die europäische Kommission hat eine schrittweise Implementierung dieser technischen Grenzkontrollneuerung in allen 29 teilnehmenden Schengen-Staaten flächendeckend auf den Weg gebracht.

Die österreichischen Verkehrsflughäfen verzeichneten in den ersten drei Quartalen 2025 ein Passagieraufkommen von insgesamt 27.723.422. Das entspricht einem Zuwachs von 2,1% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Zahl der Flugbewegungen im Linien- und Charterverkehr stieg auf 212.781 Starts und Landungen (+3,1%). Das Frachtaufkommen erhöhte sich um 4,9% auf 279.470 Tonnen.

Die deutsche Luftverkehrswirtschaft begrüßt die am 13.November erzielte Einigung im Koalitionsausschuss auf Entlastungen für den Luftverkehr, darunter die Rücknahme der Erhöhung der Luftverkehrsteuer von 2024. „Die Bundesregierung hat Wort gehalten und der jahrelang weiter steigenden Kostenspirale bei Steuern und Gebühren für Luftverkehr ab Deutschland ein Ende gesetzt. Das ist ein wichtiges Signal“, sagt Dr. Joachim Lang, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL).
Der BDL begrüßt zudem die im Koalitionsausschuss vereinbarten Verbesserungen für den Bereich Luftfracht. Prozessoptimierung und konsequente Digitalisierung der beteiligen Behörden tragen dazu bei, die Anbindung der deutschen Exportwirtschaft an ihre internationalen Märkte zu erhalten.

Die österreichische Luftverkehrssteuer wird zum zentralen Streitpunkt in der nationalen Wirtschaftspolitik. Die Oppositionspartei FPÖ hat einen Antrag zur sofortigen Abschaffung der Abgabe eingebracht, der von der Fluggesellschaft Ryanair vehement unterstützt wird. Der Billigflieger droht erneut mit dem weiteren Abzug von Kapazitäten und verknüpft einen milliardenschweren Investitionsplan mit der Aufhebung der Steuer, die als wesentlicher Faktor für den Rückstand Österreichs im europäischen Luftverkehr gesehen wird.

Milliardengrab 777Xwarum die neueste Verzögerung für Boeing extrem teuer wird
Die FAA-Zulassung der Boeing 777-9 steht weiter aus – Boeing rechnet nicht vor 2027 mit ersten Auslieferungen. Die erneute Verzögerung zerschießt Produktionspläne und kostet den Airbus-Konkurrenten extrem viel Geld. Boeing vertröstet Lufthansa auf 2027: Der designierte Erstbetreiber aus Frankfurt muss auf die 777-9 wegen einer erneuten Verzögerung im Zulassungsverfahren weiter warten.
„Es gibt keine neuen Probleme mit dem Flugzeug selbst oder den Triebwerken und es liegt auch nicht am Testprogramm“, erklärte Boeing-Chef Kelly Ortberg vor Investoren. „Das Problem besteht ausschließlich darin, die Zertifizierungsarbeiten abzuschließen.“ Boeing hat den Bürokratieaufwand unterschätzt – und nimmt wegen der zusätzlichen Verzögerung 4,9 Milliarden US-Dollar Verlust vorweg.

Entschädigungszahlung
Etwa sechseinhalb Jahre nach dem Absturz einer Maschine vom Typ 737 MAX in Äthiopien ist der US-Flugzeughersteller Boeing zu einer Entschädigung in Millionenhöhe verurteilt worden.
Boeing muss dem Witwer einer damals getöteten Frau aus Indien 28,45 Millionen Dollar (rund 24,5 Millionen Euro) Schmerzensgeld zahlen, wie die Geschworenen zum Abschluss eines Zivilprozesses in Chicago urteilten. Der Kläger äußerte sich „zufrieden“ mit dem Urteil. Bei dem Absturz von Ethiopian-Airlines-Flug ET302 am 10. März 2019 waren insgesamt 157 Menschen ums Leben gekommen. Mit den Hinterbliebenen eines zweiten Absturzopfers – einer Frau aus Kenia – hatte sich der US-Flugzeugbauer zuvor außergerichtlich geeinigt. Die Kläger warfen Boeing unter anderem Fahrlässigkeit und eine Mitverantwortung für den Tod der Frauen vor.

Von Sydney nach London oder New York nonstop in 22 Stunden
Die Vision wir Realität. In Toulouse nimmt der Airbus A350-1000ULR (Ultra Long Range) Gestalt an. Quantas und Airbus haben nun erste Bilder veröffentlicht und damit einen Blick auf die Zukunft des Langstreckenfliegers gewährt.
Alle wesentlichen Komponenten des Flugzeugs sind zusammengefügt, als nächstes wird die Maschine in einen neuen Hangar überführt, wo Triebwerke und Flugtestinstrumente installiert werden. 2026 beginnt dann das umfangreiche Testflugprogramm. Ein 20.000 Liter-Treibstofftank im hinteren Mittelbereich und verbesserte Systeme sollen das ehrgeizige Ziel, das schon der ehemalige Quantas-Chef Alan Joyce 2018 angekündigt hat, verwirklichen. Um die lange Flugzeit aushalten zu können haben Luftfahrtspezialisten, der australische Industriedesigner David Caon und Experten des Charles Perkins Centre der Universität Sydney, mit Schlafwissenschaftler ausgearbeitet. Um den Jetlag zu minimieren, wurde an Lösungen zu einem maßgeschneiderten Lichtdesign und zeitlich abgestimmte Mahlzeitenservices gearbeitet. Zudem werden nur 238 Sitze und Zonen zur Entspannung eingebaut.

Flugverbot für die MD 11
Die US-Luftfahrtbehörde Federal Aviation Administration (FAA) hat nach einem Absturz ein Flugverbot für Flugzeuge des Typs McDonnell Douglas MD-11 erlassen. Per dringlicher Lufttüchtigkeitsanweisung groundet FAA alle 58 in den Vereinigten Staaten angemeldeten MD-11 . Der Unfall Louisville könnte die MD-11 für immer auf den Boden zwingen. Zuvor hatten die Logistikkonzerne UPS und FedEx bereits mitgeteilt, ihre gesamte Flotte von mehr als 50 Frachtflugzeugen dieses Typs auf dem Boden zu lassen. Sie folgten damit einer Empfehlung des Flugzeugherstellers Boeing. UPS erklärte, das Flugverbot betreffe 26 seiner Maschinen, was etwa neun Prozent der Flotte entspreche. Hintergrund ist der Absturz einer MD-11-Frachtmaschine von UPS am 04. November in Louisville im US-Staat Kentucky, bei dem mindestens 14 Menschen ums Leben kamen. Während des Starts hatte sich das linke Triebwerk mitsamt seiner Aufhängung vom Flügel gelöst. Die meisten McDonnell Douglas MD-11 sind für UPS und Fedex im Einsatz. Weltweit sind derzeit noch 58 McDonnell Douglas MD-11 im aktiven Einsatz, weitere 51 stehen eingelagert. Fedex betreibt 28 MD-11, UPS hatte vor dem Unglück 27 im Einsatz, die anderen aktiven Flieger betreibt Western Global Airlines. Bei UPS machen die Dreistrahler rund neun Prozent der Gesamtflotte aus. Fedex erklärte, man habe sofort Notfallpläne aktiviert, um Lieferverzögerungen zu vermeiden.

Das Terminal 3 des Flughafens Frankfurt hat sein Eröffnungsdatum – und der Andrang für den Testbetrieb ist riesig
Das neue T3 am Flughafen Frankfurt wird am 22. April 2026 feierlich eröffnet. Aktuell wechselt das Terminal von der Baustellen- in die finale Ausstattungs- und Testphase.
Es ist offiziell keine Baustelle mehr: Mit dem erfolgreichen Abschluss der Brandschutz- und Sicherheitsprüfungen ist das neue Terminal 3 des Flughafens Frankfurt betriebsbereit, was die behördlichen Freigaben angeht.
Nach dem Ende der Baustellenphase beginnt nun die finale Ausstattungs- und Testphase. Dazu zählen der Einbau von 21 Sicherheitskontrollspuren mit CT-Scannern, die Fertigstellung der Geschäfts- und Gastronomieflächen sowie umfangreiche Tests der Gepäckförderanlage. Parallel dazu bereitet Fraport den groß angelegten Probebetrieb vor: Zwischen dem 27. Januar und dem 16. April 2026 werden rund 8.000 Komparsen an 21 Testtagen sämtliche Abläufe erproben. Fast 80.000 Interessierte haben sich dafür beworben.
Zum Terminal führt künftig eine neue Skyline-Bahn, die auf einer 5,6 Kilometer langen Trasse mit 80 Kilometern pro Stunde zwischen den Terminals pendelt. Die Fahrtzeit vom T1 zu T3 beträgt acht Minuten – doppelt so schnell wie die bisherige Bahn zwischen Terminal 1 und 2. Zwölf Züge aus dem Siemens-Werk in Wien, jeweils mit getrennten Schengen- und Non-Schengen-Wagen, übernehmen den Betrieb. Das neue Terminal 3 selbst ist modular aufgebaut und kann von 19 auf bis zu 24 Millionen Passagiere pro Jahr erweitert werden.
Die feierliche Eröffnung von T3 findet am 22. April 2026 statt, der Erstflug im Betrieb einen Tag später. Der Umzug der 57 aktuell in Terminal 2 ansässigen Fluggesellschaften erfolgt in vier Wellen bis zu den Sommerferien. Dann wird T2 für mindestens fünf Jahre geschlossen.

Drohnensichtungen an Flughäfen und Unwetterkatastrophen behindern den Flugbetrieb
Mehrmals musste nach Drohnensichtungen der Flugbetrieb an europäischen Flughäfen eingestellt werden. Auch an Militärbasen gab es Sichtungen.
Eine Vorreiterrolle nimmt nun der Flughafen Frankfurt ein. Hessen investiert nach den Worten von Innenminister Roman Poseck (CDU) zehn Millionen Euro in die Drohnenabwehr. Geplant sei die Anschaffung von Technik zur Detektion und Abwehr von Drohnen der neuesten Generation. Daneben werde der Kauf weiterer Radar- und Detektionstechnik geprüft, darunter Fahrzeuge und Drohnen.

Hurrikan „Melissa“ zog mit unheimlicher Gewalt über die Karibikinseln
Nach Angaben der Regierung in Kingston befanden sich etwa 25.000 Touristen auf Jamaika, als Hurrikan „Melissa“ die Insel erreichte. In Montego Bay, wo der Flughafen durch den Hurrikan beschädigt wurde, fielen viele Flüge aus.

Wegen Starkregen musste der Airport der Baleareninsel Ibiza zeitweise den Flugbetrieb einstellen.Wie die Zeitung Diario de Ibiza berichtete, verursachte der starke Regen Wasseransammlungen auf der Piste. Eindringendes Wasser im Terminalgebäude machte die Schließung mehrerer Bereiche erforderlich, teilweise kam es zu Stromausfällen.

Shutdown in den USA wirkte sich auch an Flughäfen aus: US-Airlines spenden Essen an Flughafenpersonal
Der längste Teilstillstand der US-Regierungsgeschäfte ist zwar beendet.  Der Übergangshaushalt gilt aber nur bis Ende Januar. Grund für den Shutdown ist der Haushaltsstreit zwischen Demokraten und Republikanern im Kongress, weswegen kein Etat für die Finanzierung von staatlichen Behörden und Institutionen stand.
Während des sogenannten Shutdown hatte die US-Luftfahrtbehörde FAA den Flugverkehr im Land gedrosselt. Präsident Donald Trump hat mit seiner Unterschrift den zuvor vom Parlament beschlossenen Übergangshaushalt in Kraft gesetzt und beendete damit nach 43 Tagen den Shutdown.
Der anhaltende Teil-Stillstand der Regierungsgeschäfte machte sich im Alltag der Amerikaner immer deutlicher bemerkbar. Die öffentlichen Dienstleistungen waren eingeschränkt, da sich rund 700.000 Bundesangestellte im unbezahlten Zwangsurlaub befanden.
Mehrere US-Fluggesellschaften haben laut Medienberichten kostenlos Essen an Flughafenmitarbeiter ausgegeben, die wegen des andauernden Shutdowns unbezahlt arbeiten mussten. Unter anderem hätten die Airlines United, Delta und JetBlue an ausgewählten Flughäfen Mahlzeiten für Betroffene organisiert, berichteten der US-Sender CBS News und das Magazin „People“ unter Berufung auf die jeweiligen Unternehmen. Nach JetBlue-Angaben sollen mit der Aktion Angestellte der US-Verkehrssicherheitsbehörde TSA, Zoll- und Grenzschutzbeamte sowie das Personal der US-Luftfahrtbehörde FAA unterstützt werden. United verwies darauf, dass an den Drehkreuzen wie Chicago, Los Angeles, San Francisco und Washington Mahlzeiten an Flughafenmitarbeiter ausgegeben wurden.

Ryanair schafft ausgedruckte Bordkarte ab
Die Fluglinie Ryanair schafft die ausgedruckte Bordkarte ab. Passagiere müssen ihre Tickets in elektronischer Form bereithalten, wenn sie ins Flugzeug einsteigen wollen.
Michael O’Leary erwartet bei der Umstellung kleinere Probleme am Anfang, während Verbraucherschützer erste Ansatzpunkte für Klagen sehen. Schon bei den ersten Ankündigungen der irischen Airline zur neuen Gangart kam es daher in Großbritannien zu Kritik und Protesten. Ryanair will nach eigener Ankündigung die weltweit erste papierlose Airline werden. Mit den elektronischen Bordkarten könnten mehr als 300 Tonnen Abfall pro Jahr vermieden werden, hieß es in einer Mitteilung. Eine zentrale Rolle in der Digitalstrategie spielt die Smartphone-Anwendung „myRyanair“. Sie soll für die Kunden künftig der einzige Weg sein, um im elektronischen Check-in-Prozess eine Bordkarte zu erstellen.

DLRAriane 6: Oberstufentriebwerk wird in Deutschland endmontiert
Beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) im baden-württembergischen Lampoldshausen wird die Endmontage des Triebwerks erfolgen, teilte das DLR mit. Hier würden Einzelteile wie Turbopumpen, Ventile und Schubkammer zum fertigen Triebwerk zusammengebaut. Im Anschluss würden vor Ort zudem die finalen Tests durchgeführt. Damit wird die gesamte Endproduktion und Systemintegration wie auch die Flugabnahmetests des Vinci-Triebwerks aus dem nordfranzösischen Vernon nach Deutschland verlagert. Der Einbau des Triebwerks in die Oberstufe der Ariane 6 erfolgt wie bislang in Bremen, teilte das DLR weiter mit.