450. Clubabend am 10. Oktober 2025

An diesem Clubabend gab es wieder zwei sehr interessante Vorträge.

Vortrag 1: „Ein Leben für die Luftfahrt“ von Gerhard Gruber
Gerhard Gruber schildert uns seine 55 Jahre in der Luftfahrt. Er wollte schon 1964 Pilot werden und begann mit Segelflug. Das war arbeitsintensiv, Flugzeuge wurden teilweise selbst gebaut. Er finanzierte sein Hobby recht mühsam. Er war der jüngste Kunstfluglehrer Österreichs. Er arbeitete viel an den ersten Simulatoren und hatte zu diesem Zeitpunkt keine Berechtigung für Instrumentenflug.
Kommerzielle Luftfahrt ab 1983: z. B. Wien-Rundflüge. Als Pilot von Business-Jets ging es in den Osten; dort war Glasnost und Perestroika. Das Gebiet war im Aufbruch. Es gab keine Anflugkarten – nur vier englisch sprechende Fluglotsen. Vieles wurde improvisiert.
Er machte viele VIP-Flüge. Thomas Klestil flog 10 Jahre mit ihm – er hatte Flugangst. Außerdem war er 15 Jahre Pilot für Didi Mateschitz…
Er war 45 Jahre am Flughafen Wien, davon 30 Jahre als Flughafenbetriebsleiter. Im Auftrag der ACI verfasste er ein Handbuch für Vorfeldmarkierungen. Auf 99 % der Flughäfen findet man „seine“ Bodenmarkierungen. Vorher war alles individuell – in jedem Land anders. Der Flughafen Wien ist 7,4 x größer als Monaco. Der größte Unfall während seiner Tätigkeit am Flughafen Wien war der Hapag Lloyd-Crash am 12.7.2000, das verursachte eine von 3 Flughafensperren während seiner Laufbahn.
Er erlebte 13 Vorstände in 45 Jahren Flughafen Wien.
Auch jetzt als Pensionist tut sich einiges: SEP-Ausbildung Polen, er ist nach wie vor an Simulatoren tätig und hält Vorträge. Er ist einer von 15 zertifizierten Gefahrgut-Sachverständigen für Luftfracht und Gerichtssachverständiger für Luftfahrt. Er war der 1. Drohnenflieger. Er ist Berufsfotograph. Er stellt sein Buch vor: Unglaubliche Luftfahrtgeschichten, Band II.
Die nächsten Projekte sind die Fluglinie Montana Austria und der Band III seines Buches.

Vortrag 2: „Flughafen Stuttgart“ von Christopher Losmann
Christopher Losmann ist seit etwa einem Jahr Bereichsleiter am Flughafen Stuttgart mit 2000 Mitarbeitern und 9,6 Mio. Passagieren im Jahr 2024. Das Einzugsgebiet des Flughafens umfasst ca. 19 Mio. Menschen, aber die wirtschaftlichen Probleme der Region machen sich bemerkbar beim Passagieraufkommen. Es werden ganze Managementebenen wegrationalisiert.
Deutschland findet nicht mehr den Anschluss an frühere Passagierzahlen. Bei der innerdeutschen Flügen (abgesehen von München und Frankfurt) gibt es ein Minus von 87 % gegenüber 2019.
In Deutschland gibt es noch höhere Gebühren als in Österreich. Die Lowcoster ziehen sich immer mehr zurück. Es gibt in Stuttgart 45 Airlines. Istanbul ist die Destination Nr. 1. Wenn der Bahnhof Stuttgart 21 fertig ist, geht es in 6 statt in 45 Minuten vom Bahnhof zum Flughafen.

Wir bedanken uns bei Gerhard Gruber und Christopher Loosmann für ihre sehr interessanten Vorträge!